Weitere Künstler des Simplicissimus

Albert Langen, Gründer und Herausgeber des Simplicissimus, hatte in Paris einen Buch- und Kunstverlag gegründet, in dem er als ersten Titel Knut Hamsuns "Mysterien" herausgegeben hatte, und von dort war er nach München gekommen mit der Idee, in Deutschland ein ähnliches kritisches Blatt mit moderner Kunst zu machen, wie den "Gil Blas illustré", der in Paris Aufsehen erregte.

 

 

In München hatte Albert Langen die Künstler gefunden, an die er gedacht hatte, als er in Paris seinen Zeitschriftenplan fasst: den Leipziger Thomas Theodor Heine, den Südtiroler Eduard Thöny, den Lausitzer Bruno Paul, den Braunschweiger Rudolf Wilke, den Lüneburger Wilhelm Schulz, den Wiener Ferdinand von Reznicek, und eben Olaf Gulbransson. Keiner war über 30, Bruno Paul erst 22 Jahre alt.

 

Auch Literaten, ebenfalls jung, unbekannt und zugereist, waren mit dabei. Frank Wedekind und später Ludwig Thomas schrieben ihre beißenden und bald überall bekannten satirischen Verse für den Simplicissimus, in ihm erschienen die ersten Erzählungen von Heinrich und Thomas Mann (der eine Zeitlang auch als Lektor für ihn arbeitete), von Jakob Wassermann, Bruno Frank, Peter Altenberg, die Glossen von Karl Kraus und Gedichte von René (wie er damals noch hieß) M. Rilke, Hermann Hesse und andere.