Sonderausstellung
 

"Eduard Thöny: Krieg und Frieden. 1918"

Sonderausstellung vom 25. Februar bis 10. Juni 2018 

 

Europa und der Welt brachte das Jahr 1918 eine Wende. Die politische Landkarte und die Gesellschaft wechselten Farbe und Gesicht. Der Karikaturist Eduard Thöny (1866 – 1950) und seine Freunde im politisch-satirischen Wochenmagazin „Simplicissimus“ warnten schon lange vor dem Ersten Weltkrieg vor imperialem Größenwahn, Militarismus, ländlicher Dumpfheit, klerikalem Gesinnungsdruck, aristokratischem Dünkel und der Kälte des Kapitals. Der Sohn eines Südtiroler Herrgottschnitzers, seit Kindertagen in München, stellte bayrische Raufbolde, Damen der Salons, verwöhnte Prinzen, heuchlerische Pfaffen, bornierte Beamte und oberschlaue Bäuerlein zum Ausgelachtwerden bloß. Er schuf die Illustrationen zur Volksseelenanalyse „Briefwechsel eines Bayrischen Landtagsabgeordneten“ von Ludwig Thoma. Seine Lieblingsfigur aber war der standesstolze, doch unbedarfte „Preußische Leutnant“. Karikatur will amüsieren. Doch oft versteckt sich eine Kassandra hinter der Spaßmachermaske. Hellsichtige wie Thöny erkannten mit Schrecken: Frieden und Republik, 1918 gewonnen, haben ein Ablaufdatum, denn die Diktate von Versailles und St. Germain sichern dem Kontinent keine stabile Ordnung wie hundert Jahre zuvor der Wiener Kongress.

 

120 Bilder von Eduard Thöny aus den größten Privatsammlungen erzählen von der Vorkriegszeit, der Stunde Null und den Jahren danach, die schon wieder eine Vorkriegszeit war. Seine Karikaturen erschienen zu Tausenden im 1896 gegründeten „Simplicissimus“. Hunderte Originalzeichnungen sind erhalten, viele davon in Museen. Wie seine Mitstreiter Karl Arnold, Olaf Gulbransson, Th. Th. Heine, Ferdinand von Rezniček, Wilhelm Schulz und Rudolf Wilke zählte Thöny in Deutschland zu den populärsten Künstlern eines halben Jahrhunderts. Mit altmeisterlicher Zeichenhand und dem Witz der Münchner Bohème begleitete er das berauschende Fin de siècle.

 

 

 

 

 

Die liberale, pazifistische, sozial engagierte Münchner Avantgarde stellte sich 1914 in den vaterländischen Dienst. Jetzt wurde gegen den Feind auf den Schlachtfeldern gezeichnet. Als k. u. k. „Kriegsmaler“ brachte Thöny erschütternde Dokumente von den Fronten zurück. In den Zwanzigern füllten immer mehr Schieber, Nutten und ewiggestrige Militaristen seine kritischen Gesellschaftsbilder. Bis er in der Wende von 1933 Heil erhoffte. Nach dem Zusammenbruch des „Simplicissimus“ und des Dritten Reichs, jetzt schon achtzig, malte er in Öl fromme Bauern bei Andachten an Wegkreuzen.


 

 

 

Wir danken den Initiatoren, Organisatoren und Leihgebern des Projekts, dem Kurator Hans Haider, den Leihgebern Dagmar von Kessel und Michael Seeber sowie dem Bayerisches Armeemuseum Ingolstadt und dem Diözesanmuseum Hofburg Brixen für ihre Unterstützung.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Museumsflyer

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Museumsshop

 

Der Katalog zur Ausstellung ist für € 19,80 exklusiv im Museumsshop erhältlich. Gegen Rechnung schicken wir Ihnen diesen auch gerne zu. Kontaktieren Sie uns diesbezüglich unter Tel: 08022-3338 oder per E-mail: info.ogm(at)pinakothek.de.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Postkarten mit Motiven aus der Sonderausstellung sind für € 1,20 exklusiv im Museumsshop erhältlich. Gegen Rechnung schicken wir Ihnen diese auch gerne zu. Kontaktieren Sie uns diesbezüglich unter Tel: 08022-3338 oder per E-mail: info.ogm(at)pinakothek.de.

 
 
 
 

Museumspädagogisches Angebot

 
Sonderführung im Museum
Führung durch die Sonderausstellung an ausgewählten Freitagen durch das Museum mit der Heimatführerin Barbara Filipp.
Termine, jeweils um 14.30 Uhr:
Freitag, 18. Mai 2018
Freitag, 8. Juni 2018
 
Dauer: ca. 1 Stunde
Kosten: € 7.- (zzgl. Eintritt)
Anmeldung bitte bis zum Vortag unter Tel 08022-3338
Durchführung ab 2 Personen.