| Sonderausstellung |
Cézanne, Degas, Matisse – Hokusai, Hiroshige, UtamaroOlaf Gulbransson Museum stellt französische und japanische Kunst gegenüber
Ausstellungsdauer: 4. Juli bis 10. Oktober 2010
In seiner Sommerausstellung stellt das Olaf Gulbransson Museum, Tegernsee, herausragende Werke der französischen Avantgarde des 19. Jahrhunderts Werken japanischer Meister aus drei Jahrhunderten gegen, die als Inspirationsquelle für deren künstlerisches Schaffen dienten. Die Exponate stammen aus der legendären Sammlung Scharf-Gerstenberg und werden nach der erstmaligen Präsentation im kunsthaus kaufbeuren nun auch im Olaf Gulbransson Museum, Tegernsee gezeigt.Katsushika Hokusai (1760 – 1849), Hodogaya am Tôkaidô,
Aus: 36 Ansichten des Fuji, Yoko-Ôban, 25,6 x 37,5 cm
Nach der wirtschaftlichen Öffnung Japans im Jahre 1854 kamen Farbholzschnitte in den europäischen Handel und waren auf den Weltausstellungen zu sehen. Sie lösten eine wahre Welle der Begeisterung aus.Der einfühlsame und kenntnisreiche Sammler Otto Gerstenberg (1848-1935) erkannte früh den immanenten Einfluss der ukiyo-e, der japanischen Farbholzschnitte, auf die Entwicklung der europäischen Kunst seiner Zeit.
Künstler wie Paul Cézanne, Edgar Degas, Pierre Bonard, Éduard Vuillard sowie Henri Matisse waren von der neuartigen Ästhetik der japanischen Holzschnitte fasziniert und erhielten entscheidende Impulse für ihre eigenen Arbeiten.
Utagawa Hiroshige (1797 – 1858), Abendregen an der großen Brücke, Aus: 100 Ansichten berühmter Orte Edos, 1857, Ôban, 33,9 x 22,3 cm
Die hellen, transparenten und leuchtenden Farben sowie die ungewöhnlichen Kompositionsformen des japanischen Farbholzschnittes spiegeln sich in den Werken der großen französischen Künstler der Jahrhundertwende wider. Stilbildend wirkten ebenso die neuen Motive, die das Leben in den Vergnügungsvierteln, in der Großstadt, aber auch intime Momentaufnahmen schilderten, sowie die Fähigkeit, subtile Veränderungen der Natur im Wechsel der Jahreszeiten auszudrücken.Utagawa Kuniyoshi (1797 – 1864)
Bei der Näharbeit
Aus: Erzählungen weiser Frauen und Ehefrauen, 1841/42
Ôban, 34,4 x 24,3 cm
„Nicht mehr und nicht weniger als eine Revolution im Sehen der europäischen Völker, das ist der Japonismus. Ich möchte behaupten, er bringt einen neuen Farbensinn, neue dekorative Gestaltung und sogar poetische Phantasie in das Kunstwerk, wie sie noch nie selbst in den vollendeten Schöpfungen des Mittelalters oder der Renaissance existierten“. Auf diese Weise umschrieb der Schriftsteller Edmond de Goncourt im Jahre 1884 das in der Ausstellung gezeigte künstlerische Phänomen.Mit der Zeit erlangten die japanischen Holzschnitte Weltruhm, und mit ihnen wurden auch ihre Künstler in der westlichen Welt bekannt: Hokusai, Kunisada, Hiroshige, Toyokuni, Hokkei, Utamaro und Kuniyoshi, um nur einige zu nennen.
Utagawa Hiroshige (1797 – 1858), Blick auf die erste Straße on Nihonbashi, Aus: 100 Ansichten berühmter Orte Edos, 1856,
Ôban, 33,8 x 22,7 cm
Die Ausstellung gliedert sich thematisch in die bevorzugten Motive des ukiyo-e und zeigt beispielsweise die Porträts von Kurtisanen und Schauspielern, Landschaften und Reiseschilderungen, Straßen- und Familienszenen. Erläuternde Texte machen den Einfluss der japanischen Kunst auf die klassische Moderne deutlich, die auch in dem ausstellungsbegleitenden Katalog nachgelesen werden können.Eine Ausstellung des kunsthauses kaufbeuren in Zusammenarbeit mit dem Olaf Gulbransson Museum, Tegernsee. Für das Konzept der Ausstellung sind René Scharf und Susanne Flesche, Leiterin kunsthaus kaufbeuren verantwortlich. Die Ostasienspezialistin Dr. Gabriele Fahr-Becker war als Kuratorin tätig.
Édouard Vuillard (1868 – 1940), Die Köchin, Aus: Album „Landschaften und Innenräume“, Lithographie in fünf Farben, 43,6 x 29,2 cm
Für die Ausstellungs- und Veranstaltungskoordination im Olaf Gulbransson Museum, Tegernsee steht als Ansprechpartner Sandra Wiedemann M.A., Geschäftsführerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin, zur Verfügung.
Zur Ausstellung im kunsthaus kaufbeuren ist ein reich bebilderter Katalog erschienen, der im Museum für 20 Euro erhältlich ist. In unserem Buchshop finden Sie darüber hinaus auch begleitende Lektüre.
Pierre Bonnard (1867 – 1947),Straßenecke,Aus: Album „Einige Aspekte Pariser Lebens“, 1899, Lithographie in vier Farben, 27,0 x 35,0 cm
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