Sonderausstellung
 

"Paul Flora"

Sonderausstellung vom 1. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018 

 

Das Tegernseer Tal ist seit Jahrhunderten ein Anziehungspunkt für Kunst und Literatur in Bayern. Zunächst kommt der Adel, dann folgen die Künstler und schließlich zieht es wohlhabende Städter zur Sommerfrische hinaus ins Gebirge. Inmitten der freien Natur suchen sie Erholung und Inspiration. Sie sehnen sich nach dem einfachen, ursprünglichen Leben auf dem Land, nach einer unverfälschten „heilen Welt“.

 

 

  

 

Der Maler August Macke zieht 1909 mit seiner jungen Familie für ein Jahr nach Tegernsee. Ludwig Thoma entdeckt 1902 das nahe gelegene Dörfchen Finsterwald als Ort zum Schreiben und als Treffpunkt für den Simplicissimus-Kreis. 1907 lässt sich der bayerische Schriftsteller „Auf der Tuften“ in Rottach sein hübsch gelegenes „Tusculum“ mit Seeblick und eigenem Tennisplatz errichten. Häufig zu Gast ist der Maler und Karikaturist Olaf Gulbransson, der 1929 den Schererhof in Tegernsee erwirbt. Der gemeinsame Freund Ludwig Ganghofer, leidenschaftlicher Jäger und Autor zahlreicher Heimatromane, verbringt seine letzten Sommerfrischen in der am See gelegenen „Villa Maria“. Thomas Mann genießt schon in seiner Kindheit und später mit seiner eigenen Familie den Sommer am Tegernsee. Gelegentlich besucht er den damals renommierten Schriftsteller und Bühnenautor Max Mohr, der auf dem Löblhof in der Wolfsgrub lebt und schreibt. Ganz in der Nähe in Egern besitzt die Familie der Schriftstellerin Grete Weil, geborene Dispeker, ein stattliches Landhaus.

 

 

Die interdisziplinäre Ausstellung beleuchtet das kulturelle Leben im Tegernseer Tal in den Jahren von 1900 bis 1945. Sie erzählt von den vielfältigen literarischen und künstlerischen Freundschaften und Netzwerken und davon, wie sich das anfängliche Idyll mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten als Täuschung erwies und das Miteinander von Künstlern jüdischer und nichtjüdischer Herkunft ein jähes Ende fand. Was machte das Leben am Tegernsee zur Idylle? Was änderte sich schlagartig, als die Nationalsozialisten das Tegernseer Tal für ihre Ideologie missbrauchten? Für wen wurde der Aufenthalt dort zur lebensbedrohlichen Gefahr? Wer arrangierte sich mit den neuen Machthabern und knüpfte mit ihnen Kontakte?

 



 

Gezeigt werden Grafiken, Aquarelle und Zeichnungen von August Macke, Thomas Theodor Heine, Sepp Mohr und Olaf Gulbransson aus den Beständen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München, der Privatsammlung Courtesy Beck & Eggeling International Fine Art sowie von weiteren privaten Leihgebern. Literarische und zeitgeschichtliche Dokumente, Briefe und Fotografien aus den Beständen der Monacensia im Hildebrandhaus und weiterer Archive zeugen vom kulturellen Umbruch im Tegernsee Tal von 1900 bis 1945.

 

 

 
Eine Kooperation der Monacensia im Hildebrandhaus mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Olaf Gulbransson Gesellschaft e.V. Tegernsee. Unterstützt durch die Städtische Galerie im Lenbachhaus München, die Privatsammlung Courtesy Beck & Eggeling International Fine Art sowie durch weitere private Leihgeber.
 
 
Der Ausstellungsflyer kann hier heruntergeladen werden.

 

 

Der Begleitband zur gleichnamigen Sonderausstellung dokumentiert anhand zahlreicher Zeichungen, Fotos, Zitaten und Briefen das kulturelle Leben am Tegernsee in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und porträtiert Künstler und Schriftsteller wie August Macke, Ludwig Thoma, Olaf Gulbransson, Ludwig Ganghofer oder Thomas Mann.

 

Erhältlich im Museum für € 19,90.

 

 
 
 
 
 
Bestellungen richten Sie bitte telefonisch oder schriftlich per Post oder E-Mail an die Olaf Gulbransson Gesellschaft.
 
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Olaf Gulbransson Gesellschaft e.V.
Postfach 1464
83682 Tegernsee
Tel.: 08022 - 33 38 
 
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